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Proseminar Kirchengeschichte "Luther und das Judentum"

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.

Liebe Studierende, die Lehrveranstaltungen des Lehrstuhls für Kirchengeschichte II (Neuere Kirchengeschichte) finden in Präsenzform, unter Einhaltung der 3G-Regelung sowie Richtlinien zum Vollzug der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung an bayerischen Universitäten statt. Die jeweils aktuelle Fassung finden Sie auf https://www.fau.de/corona/hygiene/ . Um die entsprechenden Informationen und Zugangsdaten zu erhalten, ist eine rechtzeitige Anmeldung über Mein Campus unerlässlich (s.u.).

Inhalt

Das Verhältnis Luthers zum Judentum und zu den Juden seiner Zeit ist bis heute ein heikles Thema. Seine Hoffnung, die Reformation werde auch die endzeitliche Bekehrung der Juden zum Christentum bedeuten („Das Jesus ein geborener Jude sei“ 1523), wurde durch den Lauf der Dinge widerlegt, und gegen Ende seines Lebens vertrat Luther im Sinne des traditionellen Antijudaismus eine harte, mitleidlose Haltung gegenüber den Juden. Seine beiden Schriften „Von den Juden und ihren Lügen“ und „Vom Schem Hamphoras und vom Geschlecht Christi“ (beide 1543) gehören zu den unangenehmsten Schriften, die Luther hinterlassen hat. Sie prägten für lange Zeit das Verhältnis des Luthertums zum Judentum, so dass nicht nur der Nationalsozialismus sich für seinen rassistischen Antisemitismus auf Luther meinte berufen zu dürfen, auch die historische Forschung hat hier Kontinuitäten gesehen. Im Proseminar wollen wir uns mit den ersten beiden Texten Luthers beschäftigen und uns bemühen, mit einem historischen Blick auf Judentum und Antijudaismus im frühen 16. Jahrhundert zu einer fairen Beurteilung auch des späten Luther zu gelangen. Das Proseminar führt anhand ausgewählter Quellen und Texte zur Geschichte des Verhältnisses von Luther und den Juden in Techniken und Hilfsmittel der deutschen und angloamerikanischen Kirchengeschichte ein.