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Forschung

 

Forschungsprofil der Fakultät

Das Forschungsprofil der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie entsteht durch die Zusammenarbeit nahezu aller geistes-, sozialwissenschaftlicher und religionsbezogener Disziplinen. Die interdisziplinäre Forschung wird in den Forschungsschwerpunkten der Fakultät abgebildet.

Forschungsverbund: Wissen – Zeitlichkeit – Kulturvergleich

Die Philosophische Fakultät (PhilFak) der FAU Erlangen-Nürnberg verfügt in den Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften über eine exzellente Forschungsstruktur, die in einer vielfältigen Verbundforschung ebenso zum Ausdruck kommt wie in den interdisziplinären Forschungsschwerpunkten. Im Fokus der international ausgerichteten Forschung an der PhilFak stehen Projekte, Veranstaltungen und Publikationen, die sich mit den räumlichen und temporalen (Re)Produktionsbedingungen von Wissen in binnen- wie auch in interkulturellen Konstellationen auseinandersetzen. Dabei profitiert die Forschung der PhilFak von der ausgewiesenen Kulturraumexpertise der verschiedenen Disziplinen (insbesondere Asien, Europa, Indien, Naher Osten, Nord- und Südamerika).

Forschungsschwerpunkte der Fakultät

Der Forschungsschwerpunkt „BiTra“ (Bildung als Transformation) bildet den gemeinsamen Schwerpunkt der Departments Pädagogik und Fachdidaktiken sowie weiterer intra- und interfakultärer Kooperationspartner. BiTra widmet sich aus erziehungswissenschaftlicher, fachdidaktischer, kulturwissenschaftlicher, psychologischer und sozialwissenschaftliche Perspektive bildungsbezogenen Forschungsthemen. Die Herausforderungen gesellschaftlicher Transformation nehmen insbesondere auch Einfluss auf das gegenwärtige wie zukünftige Verständnis von Bildung. In diesem Forschungsschwerpunkt werden daher Bedeutung, Ziele, Inhalte, Prozesse und Gelingensbedingungen von formaler, non-formaler und informeller Bildung mit Blick auf die gesamte Lebensspanne in Forschungsverbünden interdisziplinär bearbeitet. Der Schwerpunkt umfasst fünf Teilbereiche, die untereinander sowie FAU-intern, u.a. über das ZiLL und IZÄB, und darüber hinaus national wie international vielseitig vernetzt sind.

Der Forschungsschwerpunkt befasst sich mit Diversität unter den Bedingungen vor-moderner, transkontinentaler Verflechtung (Globalisierung). Im Zentrum steht räumlich und zeitlich das Imperium Romanum als das erste Imperium, das drei Kontinente umfasste: Europa, Asien und Afrika. Eine Vielzahl altertumswissenschaftlicher Disziplinen widmet sich der Frage, wie kulturelle Vielfalt in der Antike wahrgenommen wurde und wie man mit ihr umging: Welche Unterschiede wurden perzipiert, thematisiert oder tabuisiert, welche prämiert, toleriert oder sanktioniert? Welche Veränderungen lassen sich unter dem Einfluss antiker Globalisierung feststellen?

Diese Fragestellung ist für die Vormoderne bislang nicht systematisch verfolgt worden; sie ist also innovativ.  Um das ganze Spektrum kultureller Diversität in der Antike erforschen zu können, führt der FSP die klassischen Altertumswissenschaften mit den historischen Theologien zusammen. Als institutionelles Dach dient die AG „Kulturelle Differenz und transkontinentale Verflechtung im Altertum“, die innerhalb der PhilFak angesiedelt ist.

Der Forschungsschwerpunkt widmet sich aus verhaltens-, kultur- und sozialwissenschaftlicher Sicht  den  Veränderungen und Bedingungen von Gesundheit im Lebenslauf. Der Gesundheitsbegriff umfasst entsprechend allgemeiner WHO-Definitionen die Forschungsfelder: Bewegung, Bildung, Beruf und Beziehungen, sowie ethische und kulturelle Aspekte. Der Forschungsschwerpunkt ist international ausgerichtet. Mitglieder des Forschungsschwerpunkts Gesundheit im Lebenslauf sind in europaweit führender Position an der EU-Spitzenforschung beteiligt. Der Schwerpunkt wurde seit dem Jahr 2009 explizit gestärkt und ausgebaut. Es gibt eine weitreichende Vernetzung der mitwirkenden Lehrstühle und Mitarbeiter über viele Fakultäten und außeruniversitäre Partner, u.a. über das Interdisziplinäre Centrum für Alternsforschung (ICA). Der Schwerpunkt gliedert sich in vier Teilgebiete, die über FAU-interne und externe Kooperationen vielzeitig verzahnt sind:

  • Psychologie der Gesundheit im Lebenslauf
  • Sport und Gesundheit im Lebenslauf
  • Konkrete Ethik / Menschenrechte
  • Bildung, Organisation und Gesundheit

Der Forschungsschwerpunkt Inter- und Transkulturalität an der FAU wird getragen von Disziplinen mit kulturraumspezifischer Ausrichtung (Amerikanistik, Japanologie, Sinologie, Orientalistik, Romanistik), die mit den stärker generalisierenden Methodenfächern der Geschichts-, Politik-, Medien-, Religions- und Wirtschaftswissenschaften interdisziplinär in Forschung und Lehre kooperieren. Transkulturelle Phänomene in den Bereichen der Globalisierung und der regionalen, transregionalen und transkontinentalen Integration werden aus geschichts-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive untersucht. Im Zentrum der Forschung stehen Interaktionen, Interdependenzen, Transfer- und Austauschprozesse vor dem Hintergrund globaler und lokaler Machtkonstellationen. Methoden und Theorien der Inter- und Transkulturalitätsforschung erlauben es, die vielfältigen Verflechtungsprozesse auf der Makro- wie der Mikroebene zu betrachten, und diese Ebenen sinnvoll miteinander zu verknüpfen.

Im Fokus des Forschungsschwerpunktes stehen Transformationsprozesse in den Gesellschaften Lateinamerikas, wie sie sich aktuell unter den Bedingungen von Globalisierung, Migration und Plurikulturalität vollziehen. Unter Beteiligung verschiedener geistes-, sozial- und naturwissenschaftlicher Disziplinen werden Praktiken und Repräsentationen in den Blick genommen, die diese Prozesse rahmen und hervorbringen. Dabei stehen u.a. Fragen von Nachhaltigkeit, Umgang mit Diversität und Konvivialität im Vordergrund. Den Kern des Forschungsschwerpunktes bildet die Sektion Iberoamerika am Zentralinstitut für Regionenforschung.

Der Forschungsschwerpunkt „Interdisziplinäre Nahostforschung“ umfasst die Fächer, die einen Bezug zur Region des so genannten Nahen Ostens oder zum Islam haben, die in Erlangen eine lange Tradition vorweisen können.

Das Centre for Euro-Oriental Studies (CEOS), welches die interdisziplinären Vernetzungen der beteiligten Fächer koordiniert, vereint fakultätsübergreifend Vertreter der Nahost- und Islamforschung mit insgesamt 21 Gründungsmitgliedern aus den Bereichen der Geistes- und Kulturwissenschaften, Medizingeschichte, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften und Theologien. Ziel ist es, durch eine Bündelung der Kräfte der an der FAU traditionell starken orient- und islambezogenen Disziplinen, den Erlanger Beitrag zur Nahostforschung in Deutschland und weltweit zu stärken. Das CEOS zeichnet sich insbesondere durch das breite fachliche Spektrum aus, bei dem historische mit gegenwartsbezogener Forschung verbunden wird. Auf der Basis der spezifischen Kompetenzen an der FAU wird der Forschungsschwerpunkt die Relationalität der räumlichen Kategorien „Europa“ und „Orient“ in den Mittelpunkt stellen und auf eine bisher unbekannte Weise euro-orientale „Doppelperspektiven“ „beyond “ einer Dichotomisierung von „Orient“ und „Europa“ entwickeln. So werden bspw. Beziehungen zwischen verschiedenen Kulturen im Nahen Osten und in Europa untersucht sowie der Umgang mit normativen Kollisionen in interreligiösen und religiös-säkularen Kontexten im Nahen Osten und in Europa beleuchtet.

Der Forschungsschwerpunkt LexikoGrammatik umfasst zentrale Bereiche der linguistischen Forschung an der FAU. In seinen Gegenstandsbereich fallen die verschiedensten Aspekte der Erforschung lexikalischer und grammatischer Phänomene der an der Fakultät vertretenen Sprachen, darunter insbesondere die Analyse von Erscheinungen im Übergangsbereich von Syntax und Lexik wie Wortbildung, Kollokation und idiomatische Mehrworteinheiten.

In Bezug auf Deskription bestehen mehrere Schwerpunkte: einerseits die Beschreibung verschiedener sprachlicher Einheiten (z.B. Wortbildungen, Kollokationen, Konnektoren) und die Weiterentwicklung korpuslinguistischer Methoden zu deren Identifizierung und Analyse; andererseits deren Beschreibung in Grammatiken, Lehrwerken und Wörterbüchern mit einem Fokus auf praktischer und theoretischer Lexikografie. Der Forschungsschwerpunkt umfasst die Analyse von Variation und Wandel ebenso wie Aspekte der Kognition, also Fragen der mentalen und neuronalen Repräsentation und des Erwerbs von Sprache.

Der Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich aktuell mit folgenden Themen:

  1. Literatur und Wissen

– Literatur und Naturwissenschaften

– Literatur als Ideengeschichte

– Bildungswissenschaftliche Zugänge zur Literatur

– Universitätsgeschichte

  1. Vermittlungskulturen

– Transferprozesse zwischen den Künsten

– Populärkulturen

– Editionen

– Kulturtransfer

– Literatur in Bildungsprozessen

Der Forschungsschwerpunkt Menschenrechte/Migration widmet sich grundlegenden und zugleich aktuellen Fragen der Theorie und Praxis der Menschenrechte aus interdisziplinärer Perspektive. Dazu zählen die Anerkennung der Menschenwürde als Ausgangspunkt menschenrechtlichen Denkens, der Anspruch des Universalismus, und die Unteilbarkeit der Menschenrechte, das Prinzip der Nichtdiskriminierung sowie die Religions- und Weltanschauungsfreiheit.

Der Forschungsschwerpunkt bündelt die Forschungen zu den Epochen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, die sich bereits durch erfolgreiche Drittmitteleinwerbungen ausgewiesen haben. Die interdisziplinären Vernetzungen werden insbesondere über die einschlägigen Zentren der Fakultät organisiert (IZEMIR, ZAR), durch die Beteiligung der Medizingeschichte ist der FSP auch interfakultär ausgerichtet. Thematisch zeichnet sich der Schwerpunkt dadurch aus, dass traditionelle Epochengrenzen überschritten werden und die beteiligten Fächer mit ihren je eigenen Methoden und Ausrichtungen eine Großepoche in den Blick nehmen. Die ‚Vormoderne‘, die in ihrer Diversität und Heterogenität auch Phänomene der sog. ‚Postmoderne‘ präfiguriert (z.B. Multiethnizität, Multireligiosität), verleiht dem Schwerpunkt eine große Aktualität. Von Relevanz sind insbesondere die Fragen nach Wissensordnungen, Wissenskulturen und Praktiken, die transkulturell und transregional erforscht werden und zahlreiche Anschlussmöglichkeiten für nicht-historische Disziplinen bieten. Darüber hinaus begünstigt der Masterstudien gang ‚Mittelalter- und Renaissancestudien’ (zukünftig MA ‚Mittelalter und Frühe Neuzeit‘) eine enge Verzahnung von Forschung und Lehre und bietet neben forschungsrelevanten Synergieeffekte eine intensive Nachwuchsförderung.

Der FSP widmet sich den Möglichkeiten, Herausforderungen und Konsequenzen der Digitalisierung. Dazu gehören sowohl verschiedene Auswirkungen der Digitalisierung auf Teilbereiche der Gesellschaft, wie etwa Kultur, Medien, Politik, Bildung, Gesundheitswesen oder Wissenschaft, als auch neue digitale Methoden und Arbeitstechniken, die sich mit dem digital turn in den Geistes- und Sozialwissenschaften etabliert haben.

Digitalisierung bedeutet die Zerlegung von Informationen und Rechenoperationen in einen Binärcode, der elektronisch und damit losgelöst von spezifischen Verarbeitungs- und Trägermaterialien mit hoher Geschwindigkeit in großen Mengen und potenziell automatisch verarbeitet wird. Aufgrund dieser Eigenschaften hat die Digitalisierung das Potenzial alle Lebensbereiche zu durchdringen: Technologisierung und Automa­tisierung sind nicht wie es im Zuge der Industrialisierung der Fall war auf physikalische Prozesse beschränkt, son­dern betroffen sind vor allem auch nicht-physikalische Prozesse, wie z.B. Wissens- und Erkenntnisgewinn, Kommunikation und Pflege von Beziehungen, Zugang zu Information, Organisation von Arbeit oder Prozesse der politischen Entscheidungsfindung. Im selben Moment schafft die Digitalisierung neue Möglichkeiten und Methoden der wissenschaftlichen Forschung. Nicht zuletzt in den Bereichen Text (Linguistik, Philologie) und Bild ermöglichen digitale Forschungswerkzeuge Analysen, Beobachtungen und Erkenntniseffekte, die mit gleichsam traditionellen geistes- und sozialwissenschaftlichen Arbeitstechniken nicht erzielt werden können.

Vor diesem Hintergrund fokussieren die Forschungsaktivitäten der Fakultät in diesen FSP zwei größere Erkenntnisobjekte: Zum einen hat die Digitalisierung Effekte auf etablierte Institutionen, Organisationen, Strukturen und soziale Beziehungen als Ausprägungen menschengemachter Phänomene. Zum anderen verändern sich durch die neuen Möglichkeiten Arbeitstechniken in den Geistes- und Sozialwissenschaften und erfordern zusätzliche und umfangreiche Methodenkompetenz. Der Forschungsschwerpunkt widmet sich beiden Zugängen zum Thema. Er ist daher in zwei Arbeitsgebiete gegliedert: das Arbeitsgebiet Digitalisierung als Phänomenveränderer sowie das Arbeitsgebiet Digitalisierung als Methode.

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