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Das Projekt

auditorium maximum: Kleine Fächer-Wochen an der FAU

Die FAU verfügt über eine große Anzahl an „Kleinen Fächern“ – insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften –, die wissenschaftlich und gesellschaftlich hochrelevantes Wissen generieren und nicht zuletzt über ihre zugehörigen universitären Sammlungen ihren Beitrag zum kulturellen Gedächtnis leisten. Gemäß der Kartierung der Mainzer Forschungsstelle Kleine Fächer sind an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg derzeit 39 Kleine Fächer vorhanden, davon allein 30 an der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie. Darunter sind jüngere oder im Aufbau befindliche Fächer wie die Digitalen Geisteswissenschaften oder die Islamische Theologie, aber auch etablierte Fächer wie beispielsweise die Sinologie, Japanologie und Arabistik/Semitistik, die an der Fakultät in einem eigenen Institut zusammengefasst sind. An der FAU sind aber auch Kleine Fächer, die nur an sehr wenigen Hochschulstandorten vorhanden sind, wie zum Beispiel die Buchwissenschaft, die Gerontologie und die Lagerstättenlehre, die nur über fünf bis sechs Standorte verfügen oder die Kirchenmusik und der Christliche Orient, die neben Erlangen nur noch an einer weiteren Hochschule vertreten sind.

Oftmals sind jedoch gerade die Kleinen Fächer sowohl universitätsintern als auch in der Öffentlichkeit weniger bekannt. Zudem mangelt es ihnen an kritischer Masse bei den Personalressourcen, um bei großangelegten personalintensiven Maßnahmen und Aktionen mitzumachen. Die geringe Sichtbarkeit führt universitätsintern zu einem Weniger an Forschungskooperation und wissenschaftlichem Austausch als es prinzipiell möglich wäre. Dies gilt insbesondere für den wissenschaftlichen Nachwuchs, der doch oftmals strikt disziplinär und lehrstuhlbezogen forscht und so die Chancen, die die Kleinen Fächer vor Ort bieten, zu wenig im Blick hat. Die geringere öffentliche Aufmerksamkeit und auch der Umstand, dass diese Fächer meist nicht mit den etablierten und bekannten Schulfächern identisch sind, führen dazu, dass gerade Schüler/innen, Eltern aber auch Lehrkräfte nur wenig über diese Fächer – ihre vermittelnden Kompetenzen, ihre Berufsaussichten, ihre Alltagsrelevanz – Bescheid wissen und sie bei der Studienfachwahl daher gar nicht in Betracht ziehen. Die Rekrutierung von qualifiziertem Personal stellt folglich eine besondere Herausforderung für diese Fächer dar. Um die Kleinen Fächer zu stärken und damit den wissenschaftlichen Nachwuchs der Kleinen Fächer zu sichern, konzentriert sich der Projektantrag insbesondere auf die Erhöhung der universitätsinternen und externen Sichtbarkeit der Kleinen Fächer.

Drei Ziele stehen dabei im Vordergrund:

  1. ein fundierteres universitätsinternes Wissen um die Kompetenzen, Methoden, Theorien, Forschungsgegenstände und Forschungskooperationen der Kleinen Fächer.
  2. eine verstärkte Vernetzung und interdisziplinäre Kooperation zwischen Kleinen und Großen Fächern.
  3. die Ansprache und Einbindung der relevanten Zielgruppen (Schüler/innen, Eltern, Lehrer/innen), die den zukünftigen wissenschaftlichen Nachwuchs darstellen oder ihm zumindest beratend zur Seite stehen.

Die Aktionen zu den Kleinen Fächern an der FAU erstrecken sich über mehrere Wochen im Wintersemester 19/20 und lassen sich idealtypisch in drei zeitlich aufeinander abgestimmte Maßnahmenpakete (zielgruppenspezifische Aktionen, öffentlichkeitswirksame Maßnahmen, wissenschaftsinterne Nachbereitung) unterteilen

. Übergeordnetes Ziel ist es, verschiedene, interessierte Öffentlichkeiten mit verschiedenen Formaten zu erreichen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und so eine größere Aufmerksamkeit und Bekanntheit zu erlangen, um anschließend wissenschaftsintern zu neuen Vernetzungen und verstärkter inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit zu kommen.

Den Mittelpunkt der geplanten Kleine Fächer-Wochen als öffentlichkeitswirksame Maßnahme bildet die 9. Lange Nacht der Wissenschaften (LNdW), die die Kleinen Fächer 2019 in den Vordergrund stellen wird. Ziel ist die Sichtbarmachung der gesellschaftlichen und kulturellen Relevanz der Fächer.

Dieser Veranstaltung gehen zielgruppenspezifische Aktionen voraus, bei denen es um Austausch und Kontaktpflege geht mit dem Ziel, die Potentiale der Kleinen Fächer, die Studienmöglichkeiten und berufliche Perspektiven an bestimmte Personengruppen heranzutragen.

Im Anschluss an die Lange Nacht der Wissenschaften folgt eine dritte Phase, die Nachbereitung mit einem Retreat und zwei Veranstaltungsreihen, in welchen vor allem die wissenschaftliche Exzellenz, der gesellschaftliche Transfer und das Vernetzungspotential in den Fokus genommen werden. Ziele sind die Verstärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit von Kleinen und Großen Fächern und mögliche Synergieeffekte.

Eingebettet sind diese drei Projektphasen in eine intensive Berichterstattung der lokalen und regionalen Presse während des Wintersemesters 19/20 über die laufenden Veranstaltungsformate und Aktionen.

Maßnahmenpakete Kleine Fächer Wochen

Maßnahmenpakete Kleine Fächer Wochen