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Studium

Mitarbeiterin im Referat Finanzen, Bearbeitung von Drittmittelprojekten (B.A. Germanistik und Buchwissenschaft)

Ich kann Studenten nur empfehlen, das zu studieren, was Spaß macht und was sie interessiert! Auch ein längerer Praxisaufenthalt ist keine verlorene Zeit, sondern prägt sowohl die Arbeit als auch die Person erheblich

Wann haben Sie den Bachelor-Abschluss gemacht, mit welcher Fächerkombination?

Abschluss 2012, Zwei-Fach-Bachelor mit Erstfach Germanistik und Zweitfach Buchwissenschaft

Aus welchen Gründen hatten Sie dieses Studium begonnen?

Meine berufliche Perspektive war die Arbeit in einem Verlag, zu der ich mich mit der angegebenen Fächerkombination gut vorbereitet sah. Zudem interessierte ich mich sehr für Literatur und Sprache.

Welche beruflichen Pläne hatten Sie gegen Ende Ihres Studiums?

Gegen Ende meines Studiums war ich, was meine beruflichen Pläne angeht, von den Anfangsvorstellungen etwas weggerückt. Die Verlagsarbeit war doch nicht der Weg, auf dem ich mich sah, was zu einer gewissen Desorientierung führte. Während der Suche nach einer Arbeitsstelle, die recht breit ausfiel, musste ich feststellen, dass ich für manche Tätigkeiten als überqualifiziert eingestuft wurde und für andere Tätigkeiten fehlten mir vor allem betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Da eine Tätigkeit im Bereich der Lehre nicht meinem Interessengebiet entsprach, strebte ich eine Verwaltungstätigkeit an, um einen Einstieg zu finden.

Warum haben Sie sich gegen ein anschließendes Masterstudium entschieden?

Ich entschied mich gegen ein Masterstudium, da ich zuerst Berufserfahrung sammeln wollte. Mit diesen Erfahrungen sollte die Entscheidung für einen Master leichter werden, da ich den konkreten Nutzen genauer bestimmen können würde. Es hat sich nun ergeben, dass ich demnächst ein Master-Studium im Bereich der BWL anfangen werde, was mich in meiner damaligen Entscheidung bestärkt.

Was haben Sie direkt nach dem Studium beruflich gemacht?

Direkt nach dem Studium habe ich eine durch Elternzeit befristete Anstellung in Vollzeit als Assistentin des Rektorats an einer Hochschule angetreten.

Wie sind Sie zu dieser Tätigkeit gekommen?

Durch eine Anzeige in der Zeitung wurde ich auf die Tätigkeit aufmerksam.

Welche Aufgaben hatten Sie bei dieser Tätigkeit?

Als Assistentin der Hochschulleitung hatte ich umfangreiche Aufgabengebiete: Organisieren und Betreuen von Veranstaltungen, Projektmanagement, Protokollführung bei Gremiensitzungen, Organisieren und Koordinieren von Messeauftritten, Unterstützen der Öffentlichkeitsarbeit, Erstellen von Präsentationen etc.

Welche Kompetenzen aus dem Studium brauchten Sie dafür?

Als wichtiges Werkzeug, das ich aus dem Studium mitnehme, dient mir das Verständnis für die Sprache, so dass ich meine Korrekturen auch mit einer Begründung flankieren kann. Das Studium ist im Allgemeinen sehr hilfreich gewesen, da ich gelernt habe, strukturiert zu arbeiten und Inhalte kritisch zu betrachten.

Was schätzten Sie besonders an dieser beruflichen Tätigkeit?

Als sehr interessant erachte ich die Vielfältigkeit der Aufgaben, da sie mir einen breiten Einblick in einen Beruf gewähren und mich auch auf spätere Tätigkeiten vorbereiten.

Welche Aspekte sehen Sie kritisch an dieser beruflichen Tätigkeit?

Ein kritischer Punkt ist für mich die Beschäftigung beim Land, die leider nur wenige Vorteile mit sich bringt. So ist die Vergütung um einiges niedriger als bei einer vergleichbaren Tätigkeit in der freien Wirtschaft und in der Regel erhält man nur einen befristeten Vertrag. Außerdem besteht das Risiko, dass man als Landesangestellter in eine Schublade gesteckt wird, die man nicht mehr so schnell verlassen kann. Zumindest habe ich eine solche Aussage mal vernommen. Eigene Erfahrungen habe ich diesbezüglich noch nicht gemacht.

Was haben Sie dann beruflich gemacht?

Festanstellung in Vollzeit an einer Hochschule im Referat Finanzen bei der Bearbeitung von Drittmittelprojekten.

Wie sind Sie zu dieser Tätigkeit gekommen?

Mir wurde diese Tätigkeit als Anschluss an meinen befristeten Vertrag angeboten.

Welche Aufgaben hatten Sie bei dieser Tätigkeit?

Koordinieren des Antragsverfahrens von Drittmittelprojekten inkl. Finanzplanung der Anträge und Personalkalkulation, Erstellen von Angeboten, Verwalten der Hochschulexkursionen, Projektsachbearbeitung von EU-geförderten Vorhaben inkl. Nachweiserstellung, Erstellen von Jahresberichten und Quartalsberichten.

Welche Kompetenzen aus dem Germanistik-Studium brauch(t)en Sie dafür?

Auch hier sind die übergreifenden Kenntnisse wie strukturiertes Arbeiten essentiell.

Was schätzen Sie besonders an dieser Tätigkeit?

Diese berufliche Tätigkeit ist eine ganz andere Welt, auf die mich mein Studium nicht vorbereitet hat und genau dort liegt der Reiz. Nach meinem Bachelor war ich bestrebt zu zeigen, dass man auch mit Geisteswissenschaften seinen Weg findet und dies ist gelungen, auch wenn der Weg in die Finanzen führt. Aber es zeigt, dass man sich auch mehr zutrauen und den Blick über den Tellerrand wagen sollte.

Welche Dinge sehen Sie kritisch?

Die Einarbeitung gestaltet sich hier schwierig, da ich einen ganz anderen Bereich kennenlernen muss, der sich durch haushaltsrechtliche und buchungstechnische Fragen als kompliziert bezeichnen kann. Zudem könnte die Vergütung, die sich nach dem Tarifvertrag des Landes richtet, besser sein. Auch die Befristung stellt im öffentlichen Dienst ein großes Problem dar.

Sind Sie mit Ihrer bisherigen beruflichen Entwicklung zufrieden?

Ich bin mit meiner beruflichen Entwicklung soweit sehr zufrieden, da ich es geschafft habe, direkt nach dem Studium eine Anstellung zu finden, ohne in die oft prophezeite einjährige „Sucharbeitslosigkeit“ zu gelangen. Auch eine Anschlusstätigkeit hat sich nahtlos eingefügt. Was dies anbelangt, bin ich sehr glücklich. Nur kann ich leider die Inhalte meines Studiums nur schlecht bis gar nicht in meinen Berufsalltag einfließen lassen, was ich sehr bedauere. Auch die Sprachen als solche kommen etwas zu kurz.

Was hat Ihnen bei Ihrem Berufsweg geholfen?

Die zahlreichen Praktika, die ich während meines Studiums absolvierte, haben mir erheblich geholfen, da ich in viele unterschiedliche Bereiche einen Einblick erhalten habe und bereits mit dem Arbeitsleben in Kontakt kam. Hier ist die Beratung des Career Service hervorzuheben, die mich lehrte, eine gute Bewerbung zu schreiben, wovon auch meine Freunde profitierten. Hier wurde mir bewusst, wie wichtig eine individualisierte Bewerbung ist und wie schwierig es ist, eine interessante Bewerbung zu gestalten.

Wie schätzen Sie im Nachhinein Ihre Entscheidung gegen ein Masterstudium ein?

Hätte ich direkt nach dem Bachelor einen Master angeschlossen, wäre ich in dem Bereich der Sprachwissenschaft geblieben, was meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht unbedingt gesteigert hätte, denn in unserer heutigen Gesellschaft sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse unabdingbar.

Gibt es Zusatzausbildungen/Trainings/Kurse, die für Ihre Arbeit wichtig wären bzw. die Ihnen geholfen hätten?

Bewerbungstrainings sind unabdingbar, um sich für den Berufseinstieg zu wappnen, außerdem sind Zusatzkurse in BWL förderlich. Für meinen Beruf hätte ich Trainings im Bereich Veranstaltungs- und Projektmanagement bzw. nunmehr Haushaltsrecht und Buchungssysteme benötigt. Da sich dieser Weg allerdings erst in der letzten Zeit abzeichnete, habe ich diese Schulungen erst während meiner beruflichen Tätigkeit durchgeführt.

Was würden Sie den Studierenden und Studieninteressierten heute bezüglich des Studienfachs Germanistik mit Hinblick auf die Berufswelt empfehlen?

Studieren Sie das, was Ihnen Spaß macht und was Sie interessiert! Selbst wenn alle sagen, man solle lieber was Technisches o. Ä. studieren, muss man auf die eigenen Interessen setzen. Aber bilden Sie sich dennoch auch in anderen Bereichen weiter, besuchen Sie auch mal andere Kurse, nehmen Sie sich ein oder zwei Semester für einen Auslandsaufenthalt oder ein längeres Praxissemester. Es ist keine verlorene Zeit, sondern prägt Sie in Ihrer Arbeit und in Ihrer Person erheblich. Dennoch sollte die Wahl des Studienfachs gut überlegt sein und auch die Faktoren wie Gehalt etc. sollten dabei einfließen. Aufschluss bieten hier die Absolventenbefragungen, die in einem regelmäßigen Rhythmus durchgeführt werden.