Architekturwettbewerb für Himbeerpalast ist entschieden

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Die Glasansicht der Bibliothek aus dem Siegerentwurf (Schulz und Schulz Architekten GmbH)

Der Architekturwettbewerb „Geisteswissenschaftliches Zentrum (GWZ) Erlangen der FAU für den Umbau, die Sanierung und die Erweiterung des Himbeerpalasts“ ist entschieden und endlich nimmt der neue Standort der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie Gestalt an.

Das Leipziger Büros Schulz und Schulz setzte sich aus den insgesamt 15 Planungsteams als Sieger durch und begeisterte die Jury mit einem Entwurf, der die ehemalige Siemens-Zentrale zu ihrer neuen Bestimmung als ‚Geisteswissenschaftliches Zentrum‘ überführt. Blickfang wird die geisteswissenschaftliche Bibliothek mit einem Glasanbau, der sich wie ein Bücherregal an die Innenfassade lehnt. Die Innenhöfe bleiben unbebaut und werden zu einem Campusplatz und einem Garten. Vor allem die hohe Aufenthaltsqualität für Lehrende und Studierenden sowie die kluge ökologische Konzeption waren für die Entscheidung des Preisgerichts, bestehend aus renommierten Architekt*innen sowie Vertreter*innen des Freistaats, der Stadt Erlangen und der FAU, ausschlaggebend.

Sinnvolle Neunutzung mit Raum für 7.000 Studierende und 1.000 Beschäftigte

Im Herbst 2018 hatte der Freistaat das Gebäude in der Erlanger Innenstadt, das aufgrund seiner roten Backsteine ‚Himbeerpalast‘ genannt wird, erstanden, um alle geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer in einem Geisteswissenschaftlichen Zentrum in zentraler an einem Standort zusammenzuführen.

Bauministerin Kerstin Schreyer freut sich, dass zu diesem Zweck der Himbeerpalast einer sinnvollen Neunutzung zugeführt werden kann: „Wir schaffen damit Raum in zentraler Lage für die rund 1.000 Beschäftigten der Philosophischen Fakultät, Büroflächen und für die über 7.000 Studierenden eine hervorragende wissenschaftliche Infrastruktur, die durch einen Neubau für die zentrale geisteswissenschaftliche Bibliothek noch abgerundet wird. Den Architekten ist es gelungen, den Flächenverbrauch zu minimieren und die Freiflächen in den Innenhöfen als attraktive Aufenthaltsbereiche zu nutzen. Der Himbeerpalast und seine künftige Nutzung werden zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Erlangen entscheidend beitragen.“

Wissenschaftsminister Sibler: Die Idee des ‚Bücherregals‘ für den Bibliotheksneubau am Himbeerpalast ist so naheliegend wie genial

Wissenschaftsminister Bernd Sibler betont: „Die Idee des ‚Bücherregals‘ für den Bibliotheksneubau am Himbeerpalast ist so naheliegend wie genial. Es entstehen lichte Räume als idealer Studien- und Lernort für die Studentinnen und Studenten. Besonders gut gefällt mir auch, dass der Entwurf sensibel mit dem denkmalgeschützten Gebäude umgeht. Er betont dessen Grundcharakteristikum der zwei Innenhöfe und schafft im Nordhof vor dem ‚Bücherregal‘ dazu einen parkartigen Aufenthaltsort. Rund um die Höfe entstehen im Altbau zeitgemäße Seminarräume und Büros. Gleichzeitig wird durch den mutigen, weit hochgezogenen Neubau schon aus der Ferne ersichtlich, dass moderne, weltoffene Wissenschaft in das traditionsreiche Gebäude einzieht.“

Das Modell des Geisteswissenschaftlichen Zentrums von oben (Schulz und Schulz Architekten GmbH)

Auch Innenminister Herrmann ist vom Siegerentwurf begeistert: „Das Konzept ist absolut überzeugend. Die Planungen sind klug, funktional und gestalterisch attraktiv. Auch der Denkmalschutz wird vollständig berücksichtigt. Jetzt muss sofort zu Beginn des neuen Jahres die Projektplanung realisiert werden, damit die Baumaßnahmen möglichst schnell starten können. Die Fortentwicklung der FAU und die Stärkung des Wissenschaftsstandorts Erlangen liegen mir sehr am Herzen!“

Achse der Wissenschaft entwickelt sich

Oberbürgermeister Dr. Florian Janik: „Die Geisteswissenschaften sind ein bedeutender Schwerpunkt der Friedrich-Alexander-Universität. Konzentriert in einem Gebäude werden sie in Erlangen künftig noch viel besser sichtbar. Die Nutzung des Himbeerpalasts durch die Philosophische Fakultät ist zudem eine große Chance für die Innenstadt. Schon jetzt entwickelt sich die Achse der Wissenschaft zwischen Himbeerpalast und Kollegienhaus mit dem Kultur- und Bildungscampus Frankenhof, der geplanten Stadt-Umland-Bahn und zahlreichen öffentlichen und privaten Projekten zu einem ganz neuen Stadtraum. Der Siegerentwurf trägt zu dieser Entwicklung ganz maßgeblich bei.“

„Der Entwurf von Schulz und Schulz hat uns wirklich begeistert – und wir freuen uns, wenn der Himbeerpalast schon in wenigen Jahren ein Zentrum der geisteswissenschaftlichen Forschung und Lehre, aber auch des studentischen Lebens sein wird“, erklärt Christian Zens, Kanzler der FAU. „Unsere Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie können derzeit, etwa mit einer weiteren, gerade eingeworbenen Humboldt-Professur, eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Erfolgen verzeichnen – mit dem erfolgreichen Abschluss des Architektenwettbewerbs sind nun auch die Weichen für eine neue räumliche Heimat gestellt. Sie rücken damit noch mehr in die Mitte der Stadtgesellschaft und können ein endlich sichtbares Forum des offenen Diskurses sein.“

Der Entwurf von Schulz und Schulz in 3D (Foto: FAU/Harald Sippel)

Über den Himbeerpalast

Der Himbeerpalast mit derzeit circa 22.000 Quadratmetern Nutzfläche soll im Rahmen der notwendigen Sanierung um eine geisteswissenschaftliche Teilbibliothek mit etwa 8.800 Quadratmetern erweitert werden. Die Kosten, die der Freistaat in die Maßnahme investiert, werden derzeit auf gut 200 Millionen Euro geschätzt.

Lesen Sie dazu auch die Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr.