Internationales Forschungsnetzwerk für Fragen rund um das Lesen gegründet

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Ob Buch oder ebook, das Netzwerk Lesforschung untersucht jede Form des Lesens (Foto: pixabay)

Wie verändert sich das Lesen im Zeitalter der Digitalisierung und des ge­sell­schaftlichen Wandels? Und welche Bedeutung und Funktion wird es zukünftig einnehmen? Diesen Fra­gen gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im neugegründeten „Netzwerk Leseforschung“ nach.

Lesen ist ein Forschungsgegenstand, der sich als ein vielschichtiges und interdisziplinäres Phänomen dar­stellt und aus der Perspektive verschiedener Fachgebiete betrachtet werden muss. Dementsprechend ver­bin­det das Netzwerk Forscherinnen und Forscher unterschiedlicher Disziplinen, darunter der Kognitionspsy­chologie, Kommunikations- und Medienforschung, Didaktik, Pädagogik, Literaturwissenschaft, Lin­gui­stik und Buchwissenschaft aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Norwegen, Lettland, den USA und Indien.

Prof. Dr. Sven­ja Hagenhoff, Institut für Buchwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Er­lan­gen-Nürnberg, Prof. Dr. Simone C. Ehmig, Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen Mainz, und Prof. Dr. Ute Schneider, Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien der Jo­han­nes-Gutenberg-Universität Mainz, koordinieren das Netzwerk gemeinsam. Anlass zur Gründung war das Sym­posium ‚Dimensionen des Lesens‘, das, gefördert von der Volkswagen-Stiftung, im November 2019 in Han­nover stattfand. Ziel des Netzwerks ist es, den Austausch und die Weiterentwicklung von For­schungs­fragen rund um das Lesen systematisch zu fördern und gemeinsame Forschungsinteressen zu verfolgen.

Die Unterstützer und Unterstützerinnen des Netzwerks verständigen sich in einem Positionspapier darauf, das Lesen aller Textarten als Forschungsgegenstand zu betrachten und das Lesen von Weltliteratur ebenso ernst zu nehmen wie das eines praktischen Textes, etwa eines Kochrezepts oder eines Vertrags. Zudem ver­pflichten sie sich, das Lesen mit digitalen Medien gleichwertig mit dem Lesen von Printprodukten zu be­handeln und die jeweiligen Eigenheiten der Trägermedien und Bedingungen ernst zu nehmen. Die Be­tei­ligten verweisen auf die Notwendigkeit, auch Menschen mit geringem Lesevermögen zu be­rück­sich­ti­gen, um speziell für diese Zielgruppe Zugänge zum Lesen und Ansätze zur Motivation entwickeln zu kön­nen.

Als nächste Schritte sind geplant, das Netzwerk um weitere Fachrichtungen und Perspektiven zu er­wei­tern, eine gemeinsame Plattform zu schaffen, um über Projekte und Ergebnisse zu informieren sowie in­ter­disziplinäre Forschungsverbünde und -schwerpunkte anzustoßen.

Das Positionspapier sowie weitere Informationen zum Netzwerk Leseforschung gibt es unter: www.netzwerk-leseforschung.fau.de