Digital Cultural Spaces (DiCuS)

Forschungsprogramm:

Das Forschungsprogramm ist an den Schnittstellen von Digitalisierung, Kultur und Raum ausgerichtet. Die interdisziplinären Projekte im Forschungsfeld können sowohl auf je zwei dieser Begriffe bezogen sein, als auch deren gemeinsame Schnittstelle in den Blick nehmen:
Digital Culture: Kultur und Gesellschaft verändern sich im Kontext der Digitalisierung. Digitale Kultur ermöglicht neue Formate und Prozesse kultureller Bildung. Forschungsfragen können sich auf die Rolle von digital transformierten Prozessen kultureller Partizipation und die Rolle von Big-Data-Algorithmen und künstlicher Intelligenz darin beziehen. Darüber hinaus können derartige Tools als Forschungsmethoden Anwendung finden.
Cultural Spaces: Kultur ist räumlich verankert. Es gilt, ein vertieftes Verständnis von Räumen zu gewinnen und für Empowerment nutzbar zu machen. Immaterielles Kulturerbe kann dabei ebenso eine Rolle spielen wie Raumaneignung in unterschiedlichen Szenen und Milieus.
Digital Spaces: Durch die Digitalisierung verschränken sich Materielles und Virtuelles, post-digitale Hybridräume entstehen. Disparitäten in Infrastruktur und digitalen Kompetenzen bilden sich aus (‚digital divide‘). Forschungsfragen können darauf abzielen, wie mit digitalen Mitteln Regionen in Wert gesetzt und neue hybride und digitale Räume generiert werden.
Digital Cultural Spaces: Kultur und kulturelle Bildung sind räumlich verankert und werden schon seit längerem durch Globalisierungsprozesse transformiert. Durch die Digitalisierung gewinnt diese Veränderung nochmals an Dynamik. Entstehende neue Raumbezüge sind entweder stark digital vermittelt oder vollkommen im Cyberspace verortet. Die Konstruktion des Räumlichen im Digitalen hat immer auch Rückwirkungen auf die ‚analoge‘ Welt und die Konstruktion des Digitalen im gesellschaftlichen Diskurs immer Rückwirkungen auf die Raumgestaltung. Dieses Spannungsfeld bietet vielfältige Forschungsperspektiven im Hinblick auf politische und soziale Geographien (Wer setzt welche Interessen wie durch, wer bleibt außen vor?).
Insgesamt werden im Forschungsfeld Digital Cultural Spaces theoretische, methodologische und praktische Implikationen der digitalen Transformation für kulturelle Bildung und regionale Entwicklung sowohl qualitativ- als auch quantitativ-empirisch untersucht. Bereits laufende Projekte nehmen dabei insbesondere den ländlichen Raum sowie postdigitale, hybride Räume in den Blick.