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Diversität und Globalisierung in der Antike

Diversität und Globalisierung in der Antike

Der Forschungsschwerpunkt befasst sich mit Diversität unter den Bedingungen vor-moderner, transkontinentaler Verflechtung (Globalisierung). Im Zentrum steht räumlich und zeitlich das Imperium Romanum als das erste Imperium, das drei Kontinente umfasste: Europa, Asien und Afrika. Als Vorläufer und Kontrastfolie werden auch die Hellenistischen Königreiche und das Achämenidenreich berücksichtigt.

Der Forschungsschwerpunkt widmet sich der Frage, wie kulturelle Vielfalt in der Antike wahrgenommen wurde und wie man mit ihr umging: Welche Unterschiede wurden perzipiert, thematisiert oder tabuisiert, welche prämiert, toleriert oder sanktioniert? Welche Veränderungen lassen sich unter dem Einfluss antiker Globalisierung feststellen?

Diese Fragestellung ist für die Vormoderne bislang nicht systematisch verfolgt worden; sie ist also innovativ.  Um das ganze Spektrum kultureller Diversität in der Antike erforschen zu können, führt der Forschungsschwerpunkt eine Vielzahl von Disziplinen (historische, philologische, archäologische und theologische) zusammen, die institutionell getrennt, durch den Bezug auf die Antike aber verbunden sind. Als institutioneller Rahmen dient die AG „Kulturelle Differenz und transkontinentale Verflechtung im Altertum“, die innerhalb der PhilFak angesiedelt ist.

Projekte:

Athanasius von Alexandrien (gest. 373(, Bischof der ägyptischen Metropole seit 328, muß als eine der herausragenden Persönlichkeiten der Kirchengeschichte des 4. Jahrhunderts gelten, die in dieser Zeit durch die Option Kaiser Constantins I. (306-337) für das Christentum mit der Geschichte des spätantiken Imperium Romanum geradezu identisch wird. Die überlieferten Schriften des alexandrinischen Bischofs, in denen auch eine Fülle von Briefn und anderen nur hier…

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Der Borysthenitikos des Dion von Prusa ist eine vielschichtige Rede, die in komplexer Weise ganz heterogenes Material aus verschiedenen antiken wissenschaftlichen Disziplinen wie Historiographie, Philosophie und Rhetorik vereint. Zuerst gibt Dion die Beschreibung der Stadt Borysthenes, ihrer Umgebung und ihrer "barbarisierten" griechischen Einwohner, wobei Dion sich selbst in der Art eines Sokrates inszeniert.  Zuletzt hält er vor diesen Leuten in Borysthenes am Rande der griechischen…

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Die Veröffentlichung ist in der Reihe "Grundrisse zum Alten Testament" (Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen) vorgesehen.

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Der Streit um die Trinitätstheologie, der um 315 n. Chr. mit der Auseinandersetzung zwischen dem alexandrinischen Presbyter Arius und seinem Bischof Alexander über das Verständnis der Ewigkeit des Sohnes Gottes und seiner Zeugung aus dem Vater ausbrach, wurde nach langjährigen Entwicklungen schließlich auf dem zweiten ökumenischen Konzil von Konstantinopel im Jahr 381 einer gewissen Lösung zugeführt. Das Projekt begann daher mit einer Dokumentation dieses theologischen »neunizänischen« Konsenses sowie seiner Umsetzung in die staatliche Gesetzgebung. So wurden im vergangenen Jahr vor allem die Dokumente der Konstantinopler Synoden der Jahre 381 bis 383 und des Konzils von Aquileia im Jahr 381 bearbeitet. Hierbei wurde erstmals eine kritische Edition dieser Konzilien unter Einbeziehung bisher unbeachteter Überlieferungsträger erstellt. Zusätzlich konnte die Liste der Dokumente um mehrere neu bewertete Quellen erweitert werden. Dadurch ergaben sich unerwartet weitreichende neue Perspektiven auf die Geschichte und Theologie dieser für die christliche Kirche bedeutsamen Ereignisse der ersten Herrschaftsjahre des Kaisers Theodosius samt ihrer Vor- und Wirkungsgeschichte. 

Die weiteren Planungen für das Projekt umfassen die danach noch mehr als zwei Jahrhunderte lang andauernden, jedoch nicht mehr so breit bezeugten Auseinandersetzungen, die darin begründet sind, dass einige gotische Gruppen (und in ihrer Folge weitere germanische Völker) in der Mitte des vierten Jahrhunderts das Christentum in einer später häretischen (»arianisch« genannten) Form angenommen hatten. Den inhaltlichen Schlusspunkt bilden die Konversion des Westgotenherrschers Rekkared und seines Reiches im Jahr 589 sowie das »Symbolum Quicumque«, das »Athanasianische Bekenntnis«, das in die Aufarbeitung der konfessionellen Konflikte zu gehören scheint und die lateinische Kirche in ihrem Selbstverständnis während des gesamten Mittelalters bis in die Reformationszeit hinein geprägt hat.

Die Ergebnisse des Projektes werden als sechste Lieferung im Rahmen der »Dokumente zur Geschichte des arianischen Streites« publiziert werden. 

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Publikationen: