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B.A. Linguistische Informatik

Kompetenzprofil

Neben den fachspezifischen Kenntnissen und Kompetenzen, die die Studierenden der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie durch das Fachstudium erwerben, eignen sie sich auch fächerübergreifende Fähigkeiten an, die generell durch das Studium eines geistes-, kultur- oder sozialwissenschaftlichen Faches vermittelt werden. Durch den Erwerb von weiteren speziellen Schlüsselqualifikationen sind die Studierenden noch besser für eine anspruchsvolle Berufstätigkeit vorbereitet. Zusätzlich zum Fach Linguistische Informatik wird noch ein weiteres Fach studiert.

Bei erfolgreichem Studienabschluss wird zusätzlich zu Urkunde und Zeugnis das Diploma Supplement ausgehändigt. Darin ist neben der Beschreibung des Abschlusses folgende Darstellung der Kompetenzen und Berufsmöglichkeiten enthalten.

Der Absolvent/die Absolventin verfügt über umfangreiche theoretische und empirische Kenntnisse der Korpus- und Computerlinguistik (insbesondere in den Bereichen maschinelle Sprachverarbeitung, digitale Textsammlungen, statistische Auswertung und den Anwendungsbereichen in Sprachwissenschaft und Digital Humanities) sowie beachtliche Kompetenzen in relevanten Teilgebieten der Informatik und der Sprachwissenschaft. Er/sie kann die erworbenen Kenntnisse zielgerichtet anwenden.

Er/sie verfügt zudem über fundierte Fähigkeiten in der Programmierung mit Python und anderen Sprachen und ist in der Lage, damit die speziellen Problemstellungen zu lösen, die sich in der automatisierten Sprachverarbeitung stellen.

Er/sie ist mit aktuellen Forschungsthemen und Anwendungen der Korpus- und Computerlinguistik vertraut und hat einen Überblick über den Stand von Theorie und Technik dieses Fachgebiets erhalten, der ihn/sie zu einem kritischen Umgang damit befähigt. Er/sie kann das erworbene Wissen weitervermitteln und Ergebnisse in Vorträgen und Fachtexten zielgruppenorientiert präsentieren.

Der Studiengang qualifiziert für ein breit gefächertes berufliches Tätigkeitsspektrum, u.a. in Forschung und Lehre auf den Gebieten der Computerlinguistik, Korpuslinguistik und Informatik; in außeruniversitären Forschungseinrichtungen und den Entwicklungsabteilungen von Software-Firmen; bei Informationsanbietern im Rahmen der neuen Medien und des „electronic publishing“; beim Aufbau von Datenbanken und Archiven; im Bereich der Markt- und Meinungsforschung und des „social media monitoring“; auf dem Gebiet der Lexikographie und der Terminologiearbeit sowie auf dem Gebiet der computerunterstützten Übersetzung.

Ein Bachelorstudium an der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie fordert und fördert neben den fachspezifischen Kompetenzen auch eine Vielzahl grundlegender, arbeitsmarktrelevanter Fähigkeiten.

Bachelorabsolventinnen und -absolventen der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie arbeiten

  • konzeptionell: Erstellung und Präsentation von Konzepten; konzeptionelle Herangehensweise an Aufgaben; Planung und Darstellung von Maßnahmen zur Erreichung eines bestimmten Ziels
  • im Team: teamorientierte Projektarbeit, Planung schriftlicher Arbeiten in der Gruppe mit Definition von Teilaufgaben, Zuordnung der Teilaufgaben an einzelne Gruppenmitglieder, gemeinsame Koordination des Ergebnisses und Qualitätskontrolle
  • strukturiert und zielorientiert: Projektmanagement: Eigenständiges und zielorientiertes Erarbeiten  wissenschaftlicher Fragestellungen mit mündlicher und schriftlicher Erfassung der Ergebnisse, strukturiertes Analysieren komplexer Sachverhalte für Hausarbeiten, Projektarbeiten, Referate
  • wissenschaftlich: wissenschaftlich-kritischer Umgang mit Quellen und Forschungsliteratur: Auswahl der wichtigsten Informationen, logisches Schlussfolgern, kritisches Hinterfragen; systematisches, auch fächerübergreifendes wissenschaftliches Arbeiten; Recherche, Darstellung und Bewertung des Forschungsstandes; Wahl einer angemessenen Forschungsmethode; fachterminologisch korrekte und sprachlich differenzierte Darstellung der Ergebnisse in mündlicher und schriftlicher Form
  • effizienzorientiert: wirkungs- und ergebnisorientierte Arbeitsweise
  • kreativ: Bereitschaft zum Mitdenken und Förderung des Kreativpotenzials durch selbständige Bearbeitung studienrelevanter Aufgaben

Und sie besitzen

  • Argumentationsfähigkeit: Vertreten der eigenen Position durch Argumentation und Interaktion mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Positionen im wissenschaftlichen Diskurs; Meinungsfähigkeit und Ausbildung eines kritischen Reflexionsvermögens
  • Lernfähigkeit: Lernbereitschaft, eigenständige und selbständige Wissensaneignung
  • Eigeninitiative: Selbstmotivation, Durchhaltevermögen, selbstständige Arbeitsweise und Selbstorganisation
  • Interkulturelle Kompetenz: Beschäftigung mit fremdsprachigen Texten, Möglichkeit zum Studium im Ausland und Interaktion mit ausländischen Mitstudierenden
  • Kommunikations- und Sprachkompetenz: kommunikatives Geschick durch schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit; mündliches und schriftliches Präsentieren von selbst erarbeiteten Ergebnissen unter Verwendung geeigneter Präsentationsmedien

Die Absolventinnen und Absolventen des B.A. Linguistische Informatik verfügen über Fach- und Methodenkompetenzen…

…im Bereich formaler, mathematischer und informatischer Grundlagen

  • Grammatiken, formale Sprachen
  • Logik, Mengenlehre, Wahrscheinlichkeitstheorie
  • Grundlagen der Informatik und Datenmodellierung

…im Bereich der Korpus- und Computerlinguistik

  • Vertiefte Kenntnis computerlinguistischer Aufgabenstellungen und Lösungsansätze
  • Verfahren der maschinellen Sprachverarbeitung, maschinelles Lernen, Information Retrieval
  • Fragestellungen und Methoden der Korpuslinguistik, mit einem besonderen Schwerpunkt in deskriptiver und analytischer Statistik
  • Transfer computerlinguistischer Ansätze in die Digital Humanities und andere Fachgebiete

…im Bereich praktischer Anwendungen

  • Linux, Shell, Emacs, LaTeX, reguläre Ausdrücke, Datenformate (z.B. XML)
  • Programmierung mit Python und anderen Sprachen (R, Java, SQL)
  • Verwendung computerlinguistischer Werkzeuge und Ressourcen
  • Implementierung sprachtechnologischer Anwendungen
  • Durchführung quantitativer korpuslinguistischer Studien, z.B. zur Erkennung von neuen Wortschöpfungen und Wortverbindungen, Auswertung von Nutzerkommentaren zu einem bestimmten Thema, oder Beschreibung rhetorischer Argumentationsmuster

Darüber hinaus verfügen sie über wichtige fächerübergreifende Methodenkompetenzen (siehe oben „Fächerübergreifende Kompetenzen“)

Über die fächerübergreifenden Kompetenzen (siehe oben) hinaus verfügen die Absolventinnen und Absolventen des B.A. Linguistische Informatik über Selbst- und Sozialkompetenzen …

… im Bereich selbständiges Arbeiten

  • Recherche zu und Ausarbeitung von wissenschaftlichen Arbeiten
  • Eigenständige Konzeption und Implementierung von Softwarelösungen für praktische Aufgabenstellungen der maschinellen Sprachverarbeitung

… im Bereich Teamfähigkeit und Koordination der wissenschaftlichen Arbeit in der Gruppe

  • Gemeinsame Bearbeitung von Projekten und Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten
  • Selbstorganisation von Arbeitsgruppen, z. B. Entwicklung einer computerlinguistischen Anwendung oder Teilnahme an Wettbewerben (Shared Tasks)

…im Bereich Vermittlung von Wissen und Ergebnissen in Vorträgen, Fachtexten und Projekten

  • Erstellung und Präsentation von Vorträgen, Fachtexten und Projekten

Folgende Fach- und Methodenkompetenzen können die Studierenden zusätzlich erwerben:

…im Bereich der Korpus- und Computerlinguistik

  • Verarbeitung und Auswertung sehr großer Textsammlungen (Korpora)
  • Unterschiedlichste Anwendungsmöglichkeiten der Korpus- und Computerlinguistik durch die breitgefächerten Kombinationsmöglichkeiten des Zwei-Fach-Bachelors
  • Einblick in das aufstrebende Forschungsgebiet der Digital Humanities

…im Bereich praktischer Anwendungen

  • Praxisorientiertes Studium mit Industriepraktikum und Einblick in laufende Forschungsprojekte der Professur für Korpuslinguistik
  • Teilnahme an einem aktuellen internationalen Wettbewerb inkl. wissenschaftlicher Publikation im Rahmen des praktischen Hauptseminars

A) Tätigkeiten im fachnäheren Bereich des B.A. Linguistische Informatik

Für folgende Tätigkeiten ist ein Bachelor-Studium Linguistische Informatik eine gute Voraussetzung. In den meisten Fällen sind zusätzliche spezielle Kompetenzen und berufliche Erfahrungen erforderlich, die u.a. durch Praktika, Mitarbeit an Projekten, Nebenjobs oder ehrenamtliches Engagement erworben werden können.

Forschung und Lehre auf den Gebieten der Computerlinguistik und Korpuslinguistik (z.B. Universität, Forschungseinrichtungen)

  • Erforschung von computerlinguistischen und korpuslinguistischen Gegenständen unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden
  • Didaktisch ansprechende Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte
  • Fachliche Betreuung von Studierenden bei Wissenserwerb, Forschungserfahrungen und beim Verfassen von Abschlussarbeiten

Entwicklung von sprachbezogenen Lern- und Anwendungsprogrammen (z.B. Software-Firmen, Verlage, Online-Verlage)

  • Projektmanagement: Planen, Steuern und Kontrollieren von IT-Entwicklungsprojekten
  • Kundenbetreuung
  • Analysieren, Planen, Entwickeln und Implementieren informationstechnischer Anwendungen und Softwarebausteine
  • z.B. Entwicklung von computerunterstütztem Sprachunterricht und E-Learning
  • z.B. Entwicklung von Übersetzungsprogrammen oder elektronischen Wörterbüchern
  • z.B. Entwicklung von Programmen im Rahmen der Büroautomatisation

Markt- und Meinungsforschung und „Social Media Monitoring“ (z.B. in Marketing-Abteilung in Betrieben, Agenturen)

  • Erfassen, Beobachten und Analysieren der Daten in sozialen Netzwerken
  • Erstellung von handlungsrelevanten Berichten
  • Entwicklung bzw. Optimierung von Softwarewerkzeugen zur Auswertung von Meinungsumfragen

Aufbau, Pflege und Weiterentwicklung von Datenbanken und Archiven (z.B. in IT-Betrieben, IT-Abteilung in Unternehmen)

  • Effizientes und dauerhaftes Speichern von großen Datenmengen etc.
  • Bereitstellung von Daten in bedarfsgerechten Darstellungsformen für Benutzer und Anwendungsprogramme
  • Beratung von Betrieben: Erfassung der Bedarfe und Entwicklung einer bedarfsgerechten Lösung

Ein- und mehrsprachige Lexikographie und Terminologiearbeit (z.B. Verlage, Unternehmenskommunikation)

  • Projektmanagement und Teamarbeit
  • Erstellen von unternehmensrelevanten Termini und Definitionen, ggf. in mehreren Sprachen
  • Erstellen von Musterartikeln für Lexika
  • Erstellung eines Leitfadens für beteiligte Autoren
  • Fortlaufende Aktualisierung und Ergänzung

Redaktion, Moderation (z.B. Online-Informationsanbieter, Medien)

  • Themen- und Objektrecherche, mediengerechte Aufbereitung der Rechercheergebnisse
  • Dokumentation, z.B. Indexierung
  • Durchführung und Aufbereitung von Interviews
  • Erstellen von Artikeln, Online-Inhalten, Fachpublikationen, pädagogischen Beiträgen, Multimedia-Beiträgen unter mediengerechter Formulierung
  • Erstellung und Moderation von Hör- und Filmbeiträgen

B) Tätigkeiten für Absolventinnen und Absolventen verschiedener geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlicher Studiengänge

Für folgende Tätigkeiten ist ein abgeschlossenes geistes-, kultur- oder sozialwissenschaftliches Studium eine gute Voraussetzung. Häufig sind zusätzliche spezielle Kompetenzen und berufliche Erfahrungen erforderlich, die u.a. durch Praktika, Mitarbeit in Projekten, Volontariat, Nebenjobs oder ehrenamtliches Engagement erworben werden können.

Lektorat, Programmentwicklung (Verlagswesen, Selbständigkeit)

  • Überarbeitung und Betreuung von Manuskripten
  • Projektmanagement
  • Kontaktpflege zu Autorinnen und Autoren
  • Programmentwicklung und -erstellung
  • Organisation von Lesungen

Netzwerkarbeit, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Museen, NGOs, Kommunikationsagenturen, Selbständigkeit)

  • Erstellen von Präsentationen und Informationsmaterial
  • Entwicklung von PR-Konzepten
  • Entwicklung von Marketingmaßnahmen
  • Verfassen von Pressemitteilungen und Presse-Informationsmappen
  • Kontaktpflege zu Journalistinnen und Journalisten

Dozierendentätigkeit (z.B. Volkshochschulen, freie Bildungsträger, Unternehmen, Agenturen, Selbständigkeit)

  • Vermittlung von Sprachkompetenzen in Form von Vorlesungen, Kursen und Übungen an Erwachsene
  • Zielgruppengerechte Aufbereitung fachspezifischer Inhalte
  • Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen
  • Abnahme von Prüfungen
  • Übersetzung(smanagement)
  • Entwicklung von Lernmaterialien

Kulturwirtschaft, Eventmanagement, Tourismus (z.B. öffentliche Einrichtungen, private Stiftungen, Museen, Verbände, private Kulturorganisationen und Tourismusunternehmen)

  • Projektmanagement: Planung, Koordination und Durchführung von Projekten, z.B. Veranstaltungen, Reisen
  • Programmerstellung
  • Veranstaltungsorganisation
  • Qualifizierte Reiseleitung
  • Erstellen von Einladungen, Flyern oder Broschüren
  • Pflege von Adressdatenbanken, Erstellen von Verteilern
  • Künstlerbetreuung
  • Fundraising: Akquise von Spendern, Spendermailing, Spenderbetreuung

Personalrecruiting, Personalwesen, Unternehmensberatung (z.B. Unternehmen, Personalberatung, Zeitarbeit)

  • Vorauswahl der Bewerbungen
  • Organisation und Führen von Bewerbungsgesprächen
  • Organisation und Entwicklung von Trainingskonzepten und Personalentwicklungsmaßnahmen
  • Erstellung und Entwicklung von Jobprofilen und Stellenausschreibungen
  • Organisation von Bewerbermessen und Assessment Centern

Marketing, Vertrieb, Kundenbetreuung (z.B. Marketing-Abteilung in Unternehmen, Werbeagenturen)

  • Entwicklung von Marketingkonzeptionen
  • Umsetzung von Marketingkonzeptionen in Zusammenarbeit mit Marketingdienstleistern (Grafikbüros, Werbeagenturen, etc.)
  • Analyse von Kundenwünschen
  • Entwicklung von Vertriebsstrategien

Beratende Berufe: Berufs-, Bildungs- und Studienberatung (z.B. Bildungseinrichtungen, Hochschulen, Agentur für Arbeit, private Anbieter, Verbände, Stiftungen, Selbständigkeit)

  • Führen von Beratungsgesprächen zur Studien- und Berufswahl oder zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltungen
  • Halten von Vorträgen, Leitung von Workshops und Seminaren
  • Erstellen von Informationsangeboten (z.B. gedruckte Informationsbroschüren, Internetseiten)
  • Öffentlichkeitsarbeit

Selbständige Tätigkeit, z.B. in den Bereichen

  • Journalismus
  • Lektorat
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Dozententätigkeit
  • Beratung
  • Kulturbereich
  • Eventmanagement
  • Literaturagentur
  • Tourismus

Arbeiten bei Internationalen Organisationen (z.B. Auswärtiges Amt, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit – GIZ, Auslandshandelskammern – AHK)

  • Öffentlichkeits- und Pressearbeit
  • Projektmanagement
  • Netzwerktätigkeiten
  • Veranstaltungsmanagement

Weiterbildung, Erwachsenenbildung (z.B. Volkshochschulen, Bildungsträger, Selbständigkeit)

  • Entwicklung von Bildungskonzepten und Weiterbildungsprogrammen
  • Veranstaltungsmarketing
  • Beratung zum Weiterbildungsangebot
  • Akquise und Betreuung von Referentinnen und Referenten

Hinweise:

Das individuelle Profil jeder Absolventin und jedes Absolventen umfasst mehr als das Fachstudium. Es setzt sich aus vielfältigen Erfahrungen und Fähigkeiten fachlicher und überfachlicher Art zusammen.

Die Auflistung der Berufsmöglichkeiten kann nicht vollständig sein: Eine abschließende Auflistung von möglichen beruflichen Tätigkeiten und Einsatzbereichen ist weder sinnvoll noch möglich: Die Komplexität unserer gegenwärtigen Gesellschaft und die hohe Spezialisierung ihrer Akteure erfordern individuelle Bildungs- und Berufswege. Die genannten möglichen beruflichen Einsatzbereiche können daher nur als Beispiele dienen.