B.Sc. Psychologie

Kompetenzprofil

Neben den fachspezifischen Kenntnissen und Kompetenzen, die die Studierenden der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie durch das Fachstudium erwerben, eignen sie sich auch fächerübergreifende Fähigkeiten an, die generell durch das Studium eines geistes-, kultur- oder sozialwissenschaftlichen Faches vermittelt werden. Durch den Erwerb von weiteren speziellen Schlüsselqualifikationen sind die Studierenden noch besser für eine anspruchsvolle Berufstätigkeit vorbereitet.

Bei erfolgreichem Studienabschluss wird zusätzlich zu Urkunde und Zeugnis das Diploma Supplement ausgehändigt. Darin ist neben der Beschreibung des Abschlusses folgende Darstellung der Kompetenzen und Berufsmöglichkeiten enthalten.

Der Absolvent/die Absolventin verfügt über ein fundiertes Wissen über psychologische Theorien und ein vertieftes Verständnis für Problemstellungen psychologischer Praxis. Er/sie hat solide Fachkenntnisse in den klassischen Grundlagengebieten oder Inhaltsfächern der Psychologie: Allgemeine Psychologie, Biologische Psychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie, sowie Differentielle und Persönlichkeitspsychologie erworben. Der Absolvent/die Absolventin verfügt ferner über anwendungsbezogene Kenntnisse in der psychologischen Diagnostik sowie in den Anwendungsfächern Klinische Psychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie und Pädagogische Psychologie. Zudem verfügt er oder sie über Methodenkompetenzen in Statistik, Empirischer Forschungsmethodik und Diagnostischer Methodik.

Der Absolvent/die Absolventin besitzt die Fähigkeit zur selbständigen Analyse, Argumentation und Kommunikation als Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens; er/sie ist in der Lage, Wissen über wesentliche theoretische Ausrichtungen, empirische Befunde und wissenschaftliche Forschungsmethoden zu erarbeiten und dieses in praxisnahen Kontexten anzuwenden. Er/sie kann empirische Studien durchführen, auswerten und präsentieren. Durch ein achtwöchiges externes Praktikum, das von ausgebildeten Psychologen angeleitet wurde, hat er/sie Einblicke in die Arbeitswelt von Psychologinnen und Psychologen bekommen.

Darüber hinaus hat der Absolvent/die Absolventin Sozial- und Selbstkompetenz, Techniken der Gesprächsführung und Befähigung zum systematischen Beobachtung erworben, die für die Berufspraxis von besonderer Relevanz sind.

Im Rahmen eines Nebenfachs (z.B. Informatik oder Betriebswirtschaftslehre) hat der Absolvent/die Absolventin zusätzliche fachübergreifende Kompetenzen erworben, die ihn/sie zu einer interdisziplinären Arbeitsweise befähigt (für Details siehe Transcript of Records).

In der Bachelorarbeit hat er/sie nachgewiesen, dass er/sie in der Lage ist, innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine psychologische Fragestellung selbständig und nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten und die Ergebnisse sachgerecht darzustellen.

Der Studiengang qualifiziert für psychologische Tätigkeiten insbesondere in den Bereichen der Diagnostik und Beratung: Einrichtungen der psychosozialen Versorgung und des pädagogisch-psychologischen Bereiches, Ausbildungsstätten der beruflichen Weiterbildung sowie Einrichtungen des arbeitspsychologischen Bereiches, des Umfragewesens und der Marktforschung, Kultur und Medien, Personalabteilungen in Wirtschaftsunternehmen etc.

Ein Bachelorstudium an der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie fordert und fördert neben den fachspezifischen Kompetenzen auch eine Vielzahl grundlegender, arbeitsmarktrelevanter Fähigkeiten.

Bachelorabsolventinnen und -absolventen der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie arbeiten

  • konzeptionell: Erstellung und Präsentation von Konzepten; konzeptionelle Herangehensweise an Aufgaben; Planung und Darstellung von Maßnahmen zur Erreichung eines bestimmten Ziels
  • im Team: teamorientierte Projektarbeit, Planung schriftlicher Arbeiten in der Gruppe mit Definition von Teilaufgaben, Zuordnung der Teilaufgaben an einzelne Gruppenmitglieder, gemeinsame Koordination des Ergebnisses und Qualitätskontrolle
  • strukturiert und zielorientiert: Projektmanagement: Eigenständiges und zielorientiertes Erarbeiten  wissenschaftlicher Fragestellungen mit mündlicher und schriftlicher Erfassung der Ergebnisse, strukturiertes Analysieren komplexer Sachverhalte für Hausarbeiten, Projektarbeiten, Referate
  • wissenschaftlich: wissenschaftlich-kritischer Umgang mit Quellen und Forschungsliteratur: Auswahl der wichtigsten Informationen, logisches Schlussfolgern, kritisches Hinterfragen; systematisches, auch fächerübergreifendes wissenschaftliches Arbeiten; Recherche, Darstellung und Bewertung des Forschungsstandes; Wahl einer angemessenen Forschungsmethode; fachterminologisch korrekte und sprachlich differenzierte Darstellung der Ergebnisse in mündlicher und schriftlicher Form
  • effizienzorientiert: wirkungs- und ergebnisorientierte Arbeitsweise
  • kreativ: Bereitschaft zum Mitdenken und Förderung des Kreativpotenzials durch selbständige Bearbeitung studienrelevanter Aufgaben

Und sie besitzen

  • Argumentationsfähigkeit: Vertreten der eigenen Position durch Argumentation und Interaktion mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Positionen im wissenschaftlichen Diskurs; Meinungsfähigkeit und Ausbildung eines kritischen Reflexionsvermögens
  • Lernfähigkeit: Lernbereitschaft, eigenständige und selbständige Wissensaneignung
  • Eigeninitiative: Selbstmotivation, Durchhaltevermögen, selbstständige Arbeitsweise und Selbstorganisation
  • Interkulturelle Kompetenz: Beschäftigung mit fremdsprachigen Texten, Möglichkeit zum Studium im Ausland und Interaktion mit ausländischen Mitstudierenden
  • Kommunikations- und Sprachkompetenz: kommunikatives Geschick durch schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit; mündliches und schriftliches Präsentieren von selbst erarbeiteten Ergebnissen unter Verwendung geeigneter Präsentationsmedien

Die Absolventinnen und Absolventen des B.Sc. Psychologie verfügen über Fach- und Methodenkompetenzen…

…im Bereich messtheoretischer Grundlagen

  • Kenntnisse bezüglich deskriptiver Statistik, Wahrscheinlichkeitstheorie, Inferenzstatistik, etc.
  • Wissen über, Durchführung und Anwendung von statistischen Testverfahren, Effektmaßen und Teststärke

im Bereich der empirischen Forschungsmethodik

  • Planung und Durchführung von experimentellen und Feldstudien
  • Kenntnisse bezüglich klassischer und probabilistischer Testtheorie
  • Status-, Prozess-, Kriteriumsorientierte und Klinische Diagnostik
  • Ethische Grundlagen, Einsatzmöglichkeiten und Grenzen diagnostischer Verfahren
  • Diagnostischen Urteilsbildung

…im Bereich Lernen, Denken, Wahrnehmung, Gedächtnis, Motivation und Emotion

  • Kenntnisse über die Funktionsweise der menschlichen Informationsverarbeitung
  • Trieb- und Instinkttheoretische Motivationstheorien, Erwartungs-Wert-Theorien
  • klassisches/ operantes Konditionieren, lernpsychologische, psychophysiologische, evolutionspsychologische sowie kognitive Emotionstheorien
  • Determinanten individueller Unterschiede, Interindividuelle Differenzen im Leistungsbereich, Handlungs-, Motiv- und Bewertungsdispositionen
  • Kenntnisse und Anwendung der Klassifikationen und Methoden der Klinischen Psychologie
  • Wissen bezüglich der Grundlagen der Arbeits- und Organisationspsychologie

…im Bereich menschliche Entwicklung und sozialer Einfluss

  • Normative und interindividuell unterschiedliche Entwicklungsverläufe in verschiedenen psychischen Funktionsbereichen
  • Soziale Informationsverarbeitung, interpersonelle Interaktion, Interaktion in Gruppen, Interaktion zwischen Gruppen, etc.

…im Bereich biologische Grundlagen

  • Neuro- und Sinnesphysiologie (Somatosensorik und Schmerz, chemische Sinne, visuelles und auditorisches Sinnessystem, Gleichgewichtssinn)
  • Physiologie der Hormone, Zellbiologie, klassische und molekulare Genetik

Darüber hinaus verfügen sie über wichtige fächerübergreifende Methodenkompetenzen (siehe oben „Fächerübergreifende Kompetenzen“)

Über die fächerübergreifenden Kompetenzen (siehe oben) hinaus verfügen die Absolventinnen und Absolventen des B.Sc. Psychologie über Selbst- und Sozialkompetenzen…

…im Bereich

  • Präsentation: Wissenschaftliche Manuskripterstellung, Moderationstechniken, Rhetorik, Argumentationsfähigkeit, wissenschaftliche und interdisziplinäre Betrachtung und Darstellung von Themen
  • Umgang mit wissenschaftlicher Literatur: Einholen relevanter Hintergrundinformationen; Umgang mit wissenschaftlichen Datenbanken
  • Gesprächsführung: Interview- und Anamnesetechniken, Exploration, Gruppenarbeitstechniken

Folgende Kompetenzen können die Studierenden optional zusätzlich erwerben:

…im Bereich Diagnostik

  • Kenntnisse und Durchführung von Motivmessung (implizit/explizit; z.B. Kalibrierungstest zur Kodierung impliziter Motive) und Bindungsmessung
  • Wissen bezüglich Beobachtungsverfahren und deren Anwendung
  • Kenntnisse und Anwendung der Methoden der Verhaltensendokrinologie und Hormonmessung (z.B. Speichelhormonmessung von Steroiden), sowie Psychophysiologischer Messungen (EEG, evozierte Potentiale)

A) Tätigkeiten im fachnäheren Bereich des B.Sc. Psychologie

Der B.Sc. Psychologie qualifiziert für einfache psychologische Tätigkeiten, z.B. im Bereich der Dienstleistung (z.B. assistierende diagnostische Aufgaben in psychiatrischen Kliniken, Assistenz bei der Planung und Durchführung von Trainings, Unterstützende Tätigkeit in Unternehmensberatungsagenturen oder in Personalabteilungen sowie Marktforschungsinstituten). Für den Zugang zu den meisten Stellen im psychologischen Bereich ist derzeit in der Regel ein Masterabschluss erforderlich.

B) Weitere Tätigkeitsfelder für Absolventinnen und Absolventen des B.Sc. Psychologie

(In den meisten Fällen sind zusätzliche spezielle Kompetenzen und berufliche Erfahrungen erforderlich, die u.a. durch Praktika, Mitarbeit in Projekten, Volontariat, Nebenjobs oder ehrenamtliches Engagement erworben werden können.)

Personalauswahl und -Entwicklung; Human Resources Management (z.B.

  • Vorauswahl von Bewerbungen,
  • Organisation und Führung von Bewerbungsgesprächen,
  • Organisation und Entwicklung von Trainingskonzepten und Personalentwicklungsmaßnahmen,
  • Erstellung und Entwicklung von Jobprofilen und Stellenausschreibungen,
  • Organisation von Bewerbermessen und Assessment Centern, etc.)

Marketing, Konsumforschung (z.B.

  • Quantitative Datenerhebung: Planung von Informations- und Datenerhebungen, EDV-basierte Auswertung quantitativer Daten;
  • Qualitative Datenerhebung: Entwicklung von Themenleitfäden und Fragekatalogen, Durchführung von Interviews und Gruppendiskussionen zur Ermittlung von Informationen über Einstellungen, Bedürfnisse und Kaufmotive von Zielgruppen;
  • Analyse von Kundenwünschen,
  • Entwicklung und Umsetzung von Marketingkonzepten in Zusammenarbeit mit Marketingdienstleistern (Grafikbüros, Werbeagenturen, etc.),
  • Auswahl von Testmärkten für Produkt-, Verpackungs- und Werbemitteltests,
  • Entwicklung von Vertriebsstrategien,
  • Überprüfung der Wirksamkeit einzelner Marketingmaßnahmen,
  • allgemeine Marktbeobachtung, Konkurrenzanalyse und Trendforschung, etc.)

Beratung/Coaching (z.B.

  • Unterstützung bei der Identifizierung von Problemen oder Formulierung konkreter Ziele,
  • Begleitung des Zielerreichungsprozesses,
  • Leitung regelmäßiger Sitzungen unter Anwendung von Coaching- und Beratungsmethoden,
  • Führen von Beratungsgesprächen, etc.)

Weiterbildung (z.B.

  • Entwicklung von Bildungskonzepten und Weiterbildungsprogrammen,
  • Veranstaltungsmarketing,
  • Beratung zum Weiterbildungsangebot,
  • Akquise und Betreuung von Referentinnen und Referenten, etc.)

Hinweise:

Das individuelle Profil jeder Absolventin und jedes Absolventen umfasst mehr als das Fachstudium. Es setzt sich aus vielfältigen Erfahrungen und Fähigkeiten fachlicher und überfachlicher Art zusammen.

Die Auflistung der Berufsmöglichkeiten kann nicht vollständig sein: Eine abschließende Auflistung von möglichen beruflichen Tätigkeiten und Einsatzbereichen ist weder sinnvoll noch möglich: Die Komplexität unserer gegenwärtigen Gesellschaft und die hohe Spezialisierung ihrer Akteure erfordern individuelle Bildungs- und Berufswege. Die genannten möglichen beruflichen Einsatzbereiche können daher nur als Beispiele dienen.