Transkulturelle Forschung zu Prognose und Entscheidungsfindung

Transkulturelle Forschung zu Prognose und Entscheidungsfindung

Der Forschungsschwerpunkt widmet sich der Untersuchung traditioneller Kulturtechniken der Zukunftsvorhersage, der Kontingenzbewältigung sowie Prozessen der Entscheidungsfindung. Die beteiligten ForscherInnen betrachten dieses Themenfeld aus vorwiegend historisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive und erörtern  speziell die Frage, ob und wie sich zugrundeliegende Vorstellungen in verschiedenen kulturellen Kontexten―insbesondere in Ostasien und dem europäischen Mittelalter―unterscheiden. Zentrum der Forschungsaktivitäten ist das Internationale Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung „Schicksal, Freiheit und Prognose. Bewältigungsstrategien in Ostasien und Europa“ (IKGF).

 

Projekte:

Das Projekt untersucht Formen, Medien und Strategien der Kommunikation des Papsttums an der Schwelle von der Spätantike zum Mittelalter. Im Zentrum steht das umfangreiche Briefcorpus des Papstes Hormisda, das in für die Zeit außergewöhnlicher Dichte und Umfang die Korrespondenz zwischen dem apostolischen Stuhl und verschiedenen Briefempfängern im Osten des römischen Reiches dokumentiert. Zu den Korrespondenzpartnern des Papstes zählen neben dem Kaiser und dem…

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Glokalisierte Lebenswelten des 21. Jahrhunderts sind gerade in ethischen Bereichen von heterogenen Deutungsangeboten geprägt, die für Entscheidungsprozesse keine einfachen Urteilsformen mehr bereithalten. In Geographiedidaktikdiskursen wird daher gerade beim Thema Globalisierung von einer Verunsicherung und von unterkomplexen Modi ethischen Urteilens ausgegangen. Die Zielsetzung des Projekts besteht einerseits darin, die Bedingungen der Eigenkomplexitätssteigerung auf Seiten der…

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Das Arbeitsvorhaben untersucht spezifische Übersetzungszwänge in grenzregionalen Organisationen. Ziel der interdisziplinären Forschung ist die Erfassung unterschiedlicher Formen und Praxen von Übersetzungszwängen sowie der jeweilige Umgang mit ihnen. Mit Bezug auf die Übersetzungsfunktion der Geisteswissenschaften soll die Rolle geisteswissenschaftlicher Expertise für das jeweils organisationsspezifische Management ins Zentrum gestellt werden. Die pädagogischen…

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Die Digitalisierung der Gesellschaft und der Mediensysteme hat immense Auswirkungen auf (politische) Meinungsbildung und Diskurse. Dieses Projekt widmet sich der Untersuchung eines komplexen Phänomens, das im Zeitalter globalisierter Massenmedien und einer nationale Grenzen überschreitenden Konnektivität in den Sozialen Medien entstanden ist und von uns als transnationale algorithmische Öffentlichkeit bezeichnet wird. Eine interdisziplinäre Kombination aus computerlinguistischen…

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Das Projekt befasst sich mit kulturellen Übersetzungsphänomen, an denen englische, schottische und irische Künstler bzw. Architekten des 16.-20. Jahrhunderts beteiligt waren. Eine Relaisstation bildet durch Empfang und Wiederaussendung von Signalen eine „Brücke“, die die Reichweite einer Datenübertragung gegenüber der direkten Verbindung erheblich vergrößert. Dieses Bild beschreibt metaphorisch die Vermittlerrolle der britischen Kunst, die in zwei Projektphasen untersucht wird:

  1. Großbritannien und der Kontinent: Während britische Künstler und Architekten zunächst primär kontinentaleuropäische Trends rezipierten, kehrte sich das Verhältnis im Lauf des 18. Jahrhunderts um, so dass die Insel zum bewunderten Impulsgeber avancierte. Die multilateralen Austauschprozesse wurden im Rahmen von drei Tagungen analysiert: „Kulturelle Transfers zwischen Großbritannien und dem Kontinent“, „Glaube, Politik und die Künste: Frühneuzeitliche Transfers zwischen katholischen und protestantischen Kulturen“ und „Revisiting Murals in Britain 1600-1750“.
  2. Britain overseas: Dem Prinzip einer Relaisstation entsprechend, übertrugen sich durch die britische, vom Austausch mit dem Kontinent geprägte Kunst und Architektur des 18. und 19. Jhs. wichtige ästhetische Impulse in die (einstigen) Kolonien in den USA und Indien. Ein Workshop zu der komplexen Interaktion von Globalisierung und Regionalisierung befindet sich in Planung.

Der Workshop "Übersetzungsphänomene" erarbeitete anhand von Fallstudien methodische Zugänge und kunsttheoretische Grundlagen (Link zum Workshop-Programm).

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Die Multimedia-Datenbank wurde im WS 2015/16 in einer interdisziplinären Kooperation zwischen dem Lehrstuhl für Kunstgeschichte (Prof. Dr. Christina Strunck) und dem Lehrstuhl für Informatik 6 (Prof. Dr. Klaus Meyer-Wegener) aufgebaut und seitdem mit weiteren Inhalten gefüllt. Die Datenbank enthält Berichte von deutschen, flämischen, französischen, englischen und italienischen Autoren, die im 17. und 18. Jahrhundert Franken bereisten. Die Texte werden durch Kommentare, Illustrationen und Links sowie innovative Suchfunktionen erschlossen. Ein kontinuierlicher Ausbau der Datenbank ist vorgesehen, um anhand der Texte die Wahrnehmung und Wertung der Bau- und Kunstwerke, Traditionen, Institutionen und Bräuche in Franken zu untersuchen.

An der Erstellung der Datenbank beteiligten sich Lisa Baluschek, Johanna Berges-Grunert, Thao-Nguyen Do, Philipp Eichhorn, Anja Falderbaum, Daniela Gäbisch, Amelie Gerhard, Lisa Landl, Eva-Carina Lobmeier, Andreas Mischke, Nadine Raddatz, Julia Riß, Sophia Rösch, Christoph Schmidt, Kristina Schulz, Bianca Seiler und Isabella Sturm.

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Zu den Schätzen der Erlanger Universitätsbibliothek zählt die Bibliothek der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (1709-1758), die sie der Universität anlässlich ihrer Gründung im Jahr 1743 schenkte. Die Bibliothek reflektiert ihr weites, von den großen Themen der Aufklärung geprägtes Interessensspektrum, das sich auch in der erhaltenen Korrespondenz mit ihrem Bruder Friedrich („dem Großen“) und in ihrem Kontakt zu Voltaire äußert. Im Zuge der schrittweisen Digitalisierung der Bibliothek werden die Bände auf handschriftliche Notizen der Markgräfin durchgesehen. Ein transdisziplinär zusammengesetztes Expertenteam befasst sich mit den Spuren der markgräflichen Lektüren sowohl in materieller als auch in ideeller Hinsicht. Die Rezeptionsprozesse in Wilhelmines eigenen literarischen und künstlerischen Werken stehen dabei ebenso im Blickpunkt wie die literarischen Quellen der von ihr in Auftrag gegebenen Kunstwerke.

Im Herbst 2018 soll aus Anlass des 275. Gründungsjubiläums der FAU eine internationale Tagung stattfinden, die die Markgräfin als Mitbegründerin der Erlanger Universität würdigt. Der Schwerpunkt der Tagung wird auf der internationalen Vernetzung der Markgräfin und den dadurch ermöglichten kulturellen Transfers liegen. Das ausgedehnte familiäre Netzwerk der königlichen Geschwister wird dabei ebenso berücksichtigt wie der Austausch mit bildenden Künstlern, Musikern, Sammlern und Gelehrten sowohl auf der Italienreise 1754/55 als auch am Bayreuther „Musenhof“.

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Die Verbindung von Gender und Übersetzung ist in den 1990er Jahren in den Blick der vorwiegend kanadisch und US-amerikanisch geprägten Translation Studies feministischer Prägung gerückt, ohne dass über die Analyse von Fallstudien und jenseits einzelner Versuche, den Gegenstandsbereich theoretisch wie methodologisch abzustecken bis heute eine grundlegende und weiterführende historische Systematisierung erfolgt wäre. Dass die Literatur von Frauen und von Männern…

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Publikationen: