DFG bewilligt zweite Förderperiode für Forschungsprojekt zu alternativen Rationalitäten und esoterischen Praktiken

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(Collage: CAS-E)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung der Kolleg-Forschungsgruppe „Alternative Rationalitäten und esoterische Praktiken in globaler Perspektive“ (Projekt‑Nr. 491072807) für eine zweite Runde bewilligt. Die Fakultät gratuliert zu diesem Erfolg!

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt untersucht Praktiken, die in unterschiedlichen politischen, rechtlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten als esoterisch gelten und fragt nach ihrer Beziehung zu gängigen Vorstellungen von Rationalität. Im Mittelpunkt steht, wie solche Praktiken eingeordnet, bewertet und verhandelt werden.

In der ersten Förderphase (2022–2026) etablierte die Kolleg-Forschungsgruppe (KFG) einen interdisziplinären Forschungsraum an den Schnittstellen von Religionswissenschaft, Sinologie, Ethnologie und Area Studies. Untersucht wurden weltweit Praktiken wie Zukunftsdeutung, spirituelle Heilverfahren oder der Umgang mit immateriellen Wesen oder Kräften, die der Bewältigung unsicherer Lebensereignisse dienen. Eine wichtige Frage war, welche Rolle diese in Kontexten spielen, in denen moderne Wissenschaft immateriellen Wesen keine kausale Wirksamkeit beimisst.

Darauf aufbauend, leitet die zweite Förderphase (2026 –2030) eine Neuausrichtung ein. Der Fokus liegt stärker auf den Prozessen selbst, durch die Praktiken als esoterisch identifiziert, legitimiert oder delegitimiert werden – und darauf, wie sich dabei globale Deutungskämpfe um Wahrheit und Gültigkeit zeigen.

Die KFG betrachtet dabei drei miteinander verbundene Dimensionen des Themas: institutionspolitische und rechtliche Konfigurationen, gesellschaftliche und mediale Repräsentationen, und Wirksamkeitserfahrungen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Deutungskämpfen, die in Zeiten von Fake-News und Verschwörungstheorien zunehmende globalen Herausforderungen für Politik, Normativität und Menschenrechte hervorbringen. Damit beziehen die Forschenden interdisziplinäre Perspektiven auf Menschenrechte ein, die an der Fakultät auch durch den Exzellenzcluster „Transforming Human Rights“ standortprägend verankert sind. Geleitet wird die KFG von Prof. Dr. Giovanni Maltese (Religionswissenschaft), Prof. Dr. Dominik Müller (Kultur- und Sozialanthropologie; Sprecher) und Prof. Dr. Eva Pils (Human Rights Law).

Insgesamt fördert die DFG 18 Kolleg-Forschungsgruppen.

Weitere Informationen finden Sie auf der DFG-Projektseite und auf der Projekthomepage www.cas-e.de.